Vorbemerkung
  1. Die pc polypoly coop SCE unterliegt als europäische Rechtsform in Gestalt der Societas Cooperativa Europaea (SCE) einem hierarchisch gestuften Regelungsregime. Neben den nachfolgenden Satzungsbestimmungen finden die (europäischen) Regelungen der Verordnung (EG) Nr. 1435/2003 des Rates vom 22. Juli 2003 über das Statut der Europäischen Genossenschaft (SCE) sowie die sich nach dem Sitz richtenden nationalen Normen Anwendung. Insofern geltend für die pc polypoly coop SCE zum einen das (deutsche) SCE-Ausführungsgesetz (SCEAG) vom 14. August 2006 (BGBl. I S. 1911) und zum anderen das (deutsche) Gesetz betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften (Genossenschaftsgesetz – GenG) vom 16. Oktober 2016 (BGBl. I S. 2231).

  2. Da die Satzung die Verfassung der pc polypoly coop SCE ist und durch dies als Organisation individualisiert wird, finden sich nachfolgend neben den gesetzlichen Pflichtangaben überwiegend nur solche Regelungen, die auf Grund privatautonomer Gestaltungsfreiheit festgelegt werden können und damit der pc polypoly coop SCE eine eigenständige Identität verleihen. Auf die rein deklaratorische Wiedergabe von zwingendem Recht der SCE-VO, dem aufgrund des deutschen Sitzes anzuwendenden SCEAG und des deutschen GenG wurde zum Zweck der Regelungsklarheit und Kompaktheit weitgehend verzichtet. Hiermit soll insbesondere der Eindruck verhindert werden, dass es sich um originäre Satzungsregelungen handelt, die der Änderung zugänglich sind.

  3. Der Wortlaut derjenigen Regelungen, die sich als Inanspruchnahme der Satzungsautonomie darstellen, sind bewusst abstrakt gehalten, damit der Gestaltungsspielraum bei der Anwendung und Umsetzung der Satzung genutzt werden kann. Dies gilt insbesondere für die Bestimmungen zur internen Kommunikation und der internen Willensbildung. Diese sind technologieneutral und entwicklungsoffen gehalten, damit stets die aktuellen und zukünftigen Kommunikationswege und -mittel zur Verfügung stehen. Mitgliedschaftliche Prozesse und Transaktionen werden durch die Satzung - so weit wie möglich - erleichtert.

I. Allgemeines

§ 1 Firma, Sitz, Geschäftsjahr

  1. Die Firma der Societas Cooperativa Europaea (SCE) lautet: pc polypoly coop SCE mit beschränkter Haftung (pc polypoly coop SCE mbH).
  2. Sitz der SCE ist Berlin.
  3. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.
  4. Das Gründungsjahr gilt als Rumpfgeschäftsjahr und endet am 31. Dezember 2020

§ 2 Zweck und Unternehmensgegenstand
  1. Zweck der SCE ist die Förderung des Erwerbs und Wirtschaft der Mitglieder durch einen gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb.
  2. Der Unternehmensgegenstand der SCE ist das Erbringen von Leistungen im Bereich der Datenverarbeitung, der Erstellung und der Vertrieb von Software insbesondere im Bereich des Datenschutzes und dementsprechende Zertifizierungen sowie Medien- und Journalismusdienstleistungen.
  3. Zweigniederlassungen oder unselbstständige Betriebsstätten können europaweit eingerichtet werden.
  4. Die SCE kann Unternehmen oder Unternehmensträger errichten oder sich an bestehenden Unternehmen oder Unternehmensträgern beteiligen.

§ 3 Nichtmitgliedergeschäft

Das Ausdehnen des Geschäftsbetriebes auf Nichtmitglieder ist zulässig. Dritte können alle Einrichtungen und Leistungen der SCE in Anspruch nehmen und daran beteiligt werden.

§ 4 Grund- und Mindestkapital
  1. Das Grundkapital ist veränderlich.
  2. Das Grundkapital darf bei Rückzahlung von Geschäftsguthaben einen Betrag von dreißigtausend Euro (30.000 €) nicht unterschreiten (Mindestkapital).

II. Mitgliedschaft

§ 5 Voraussetzungen der Mitgliedschaft
  1. Mitglied der SCE können nur natürliche Personen werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und Bürger eines Staates der Europäischen Union sind. Bei doppelten Staatsbürgerschaften sind Bürger mit der Staatsbürgschaft der Vereinigten Staaten von Amerika ausgeschlossen. Ausnahmen von diesen Voraussetzungen sind im Einzelfall zulässig. Hierüber entscheidet das Leitungsorgan.
  2. Neben ordentlichen Mitgliedern sind auch solche Mitglieder zulässig, die die Einrichtungen und den Betrieb der SCE nicht nutzen (investierende Mitglieder). Über deren Aufnahme entscheidet das Leitungsorgan. Gleiches gilt für einen Wechsel in die Stellung eines investierenden Mitglieds.
  3. In begründeten Sonderfällen kann eine juristische Person in Form einer Stiftung mit eigener Rechtspersönlichkeit ein Mitglied der SCE werden. Ein Sonderfall liegt insbesondere vor, wenn die Stiftung einen maßgeblichen Beitrag zur Absicherung der Einrichtungen und Leistungen der SCE erbringt. Der Aufnahme einer Stiftung müssen alle Mitglieder des Leitungsorganes ausdrücklich zustimmen.

§ 6 Erwerb der Mitgliedschaft
  1. Die Mitgliedschaft setzt die Übernahme mindestens eines Geschäftsanteils (Pflichtanteil) voraus.
  2. Die Mitgliedschaft wird durch Beitrittserklärung gegenüber dem Leitungsorgan und deren Annahme erworben. Bei einer Geschäftsanteilsübertragung gilt die Übernahme der Geschäftsanteile als Beitrittserklärung; die Annahme muss durch das Leitungsorgan nicht ausdrücklich erklärt werden.

§ 7 Allgemeine Mitgliedschaftsrechte
  1. Alle Mitglieder der SCE sind gleichberechtigt und gleichverpflichtet. Für investierende Mitglieder gelten jedoch gemäß Satzung und Gesetz Einschränkungen.
  2. Jedes Mitglied hat nur eine Stimme.
  3. Vermögensrechte am Jahresergebnis richten sich nach der Zahl der von einem Mitglied gehaltenen Geschäftsanteile.

§ 8 Besondere Mitgliedschaftsrechte und -pflichten
  1. Für kein Mitglied besteht eine Nachschusspflicht. Die persönliche Mitgliederhaftung ist gänzlich ausgeschlossen.
  2. Von allen Mitgliedern können laufende Beiträge erhoben werden, um das Bereitstellen und das Bereithalten von Einrichtungen als auch Leistungen der SCE zu gewährleisten. Zur Deckung von Verlusten dürfen Beiträge nicht eingefordert werden. Die Höhe der Beiträge wird von der Generalversammlung festgelegt.
  3. Mitglieder sind gegenüber der SCE insbesondere zu wahrheitsgemäßen Angaben über die Voraussetzungen der Mitgliedschaft (§ 5) und ihre staatsbürgerliche Zugehörigkeit verpflichtet. Der Wegfall der Voraussetzungen ist dem Leitungsorgan ohne schuldhaftes Zögern anzuzeigen.
  4. Für alle Mitglieder besteht die Pflicht, den Organen der SCE die interne Kommunikation und sonstigen Informationsaustausch dauerhaft zu ermöglichen. Zudem besteht für Mitglieder die Obliegenheit, die für die Kommunikation oder den Datenaustausch mit der SCE bestimmten Medien zu überwachen.

§ 9 Ende der Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft endet – neben den von dem am Sitz geltendem Recht vorgeschriebenen Fällen – insbesondere:

a. mit Austritt (§ 10);

b. mit Übertragung aller Geschäftsanteile (§ 11);

c. bei Fehlen oder Fortfall der satzungsmäßigen Mitgliedschaftsvoraussetzungen (§ 5), ohne dass dies einer gesonderten Feststellung bedarf.

§ 10 Austritt aus der SCE und Kündigung von Geschäftsanteilen
  1. Soweit keine andere Regelung besteht, kann jedes Mitglied jederzeit ohne Angabe von Gründen aus der SCE austreten. Für den Austritt genügt eine einfache Erklärung gegenüber einer vertretungsberechtigten Person. Die Beweislast für den Zugang der Erklärung liegt bei dem den Austritt erklärenden Mitglied. Ein Austritt erfasst stets alle Geschäftsanteile.
  2. Eine Kündigung einzelner Geschäftsanteile ist zulässig, soweit der für die Mitgliedschaft notwendige Pflichtanteil beim Mitglied verbleibt.

§ 11 Geschäftsanteilsübertragung
  1. Soweit nichts anderes bestimmt ist, kann jedes Mitglied jederzeit Geschäftsanteile an andere Mitglieder übertragen. Soweit ein Mitglied alle Geschäftsanteile überträgt, endet seine Mitgliedschaft.
  2. Die Wirksamkeit einer Übertragung auf Nichtmitglieder ist aufschiebend bedingt auf die Aufnahme als Mitglied. Der Eintrag in das Verzeichnis der Mitglieder ersetzt dabei die Annahmeerklärung.
  3. Für Erklärungen betreffend die Geschäftsanteilsübertragung ist das Leitungsorgan zuständig.

§ 12 Ausschluss von Mitgliedern
  1. Bedingungen und Modalitäten des Ausschlusses von Mitgliedern bestimmen sich neben den Bestimmungen der Satzung nach dem am Sitz geltenden Recht.
  2. Das Recht auf Ausschluss eines Mitgliedes besteht insbesondere bei Nichterfüllung gesetzlicher, satzungsmäßiger und einzelvertraglicher Mitgliedspflichten trotz vorheriger Aufforderung und Ausschlussandrohung. Ein Ausschlussgrund ist dabei insbesondere gegeben:
    a. im Fall schuldhaft fehlerhafter Angaben zu den Mitgliedschaftsvoraussetzungen,
    b. bei Weitergabe von vertraulichen Informationen oder Mitteilungen der SCE an Dritte sowie
    c. bei Unvereinbarkeit des Verhaltens eines Mitgliedes mit den Zielen und Belangen der SCE.
  3. Eine Ausschlusspflicht besteht nicht.
  4. Ab Feststellung des Eintrittes des Ausschlussgrundes ruhen Rechte und etwaige Ämter des Mitgliedes vorläufig, der Ausschluss führt zum endgültigen Verlust dieser. Kommt es nicht zu einem Ausschluss, ist ein entsprechender Beschluss zu fassen, der das Ruhen beendet.

§ 13 Auseinandersetzung bei Beendigung der Mitgliedschaft
  1. Für die Auseinandersetzung zwischen dem ausgeschiedenen Mitglied und der SCE ist der festgestellte Jahresabschluss für das Geschäftsjahr maßgebend, zu dessen Ende das Mitglied ausscheidet. Auf Rücklagen und sonstiges Vermögen der SCE besteht kein Anspruch. 
  2. Das Geschäftsguthaben des Ausgeschiedenen wird fällig nach Ablauf von 2 Jahren ab dem Jahr, in dem das ehemalige Mitglied wirksam aus der SCE ausgeschieden ist. Der Auszahlungsanspruch wird unabhängig davon grundsätzlich erst fällig, wenn die SCE ein freies Vermögen auf sich vereint, das den Betrag des Mindestkapitals übersteigt. Bei mehreren Auszahlungsansprüchen geht der durch eine frühere Beendigung der Mitgliedschaft begründete Auszahlungsanspruch demjenigen vor, der durch eine spätere Beendigung begründet wird.
  3. Die SCE ist bei der Auseinandersetzung mit dem ausgeschiedenen Mitglied diesem gegenüber berechtigt, bestehende fällige Forderungen gegen das Auseinandersetzungsguthaben aufzurechnen. Der SCE haftet das Auseinandersetzungsguthaben des Mitgliedes für einen etwaigen Ausfall aller Forderungen, insbesondere im Insolvenzverfahren des Mitgliedes.

III. Organe

§ 14 Organstruktur
  1. Die SCE ist monistisch organisiert.
  2. Die Organe der SCE sind die Generalversammlung (Willensbildungsorgan) sowie der Verwaltungsrat (Leitungsorgan).
  3. Das Leitungsorgan ist ermächtigt, jederzeit weitere unterstützende oder beratende Organe (fakultative Organe) sowie sach- oder interessenbezogene Personengruppen zu etablieren und für diese jeweils Kompetenzen als auch die Organisation in einem eigenständigen Regelwerk festzulegen. Die Befugnisse und Zuständigkeiten fakultativer Organe richten sich nach den für die SCE geltenden Grundsätzen und Bestimmungen. Den gesetzlichen Organen zugewiesene Kompetenzen dürfen nicht an fakultative Organe delegiert werden.

1. Verwaltungsrat

§ 15 Zuständigkeiten, Befugnisse und Organisation des Leitungsorgans

§ 16 Verwaltungsrat

Die Zuständigkeiten und Befugnisse des Verwaltungsrates als Leitungsorgane ergeben sich aus für die SCE geltenden Recht, soweit die Satzung hiervon keine Ausnahme vorsieht.

§ 17 Organisation des Verwaltungsrates
  1. Der Verwaltungsrat besteht aus mindestens drei Mitgliedern, soweit das am Sitz geltende Recht nicht eine höhere Anzahl bestimmt. Die Generalversammlung kann Stellvertreter und weitere ständige Mitglieder bestellen.
  2. Die Amtsdauer beträgt maximal 6 Jahre. Wiederbestellung ist zulässig.
  3. Der Verwaltungsrat kann sich ein eigenständiges Regelwerk zu seiner Organisation wie eine eigene Ordnung insbesondere zur Regelung von Zuständigkeiten und innerer Willensbildung geben.

§ 18 Willensbildung des Leitungsorgans
  1. Das Leitungsorgan entscheidet durch Beschluss mit einfacher Mehrheit soweit nichts anders bestimmt ist.
  2. Die Art und Weise der Beschlussfassung richtet sich nach dem für die SCE geltenden Recht sowie hierfür erlassener Regelwerke.

§ 19 Vertretungsbefugnis des Verwaltungsrats

Sofern Mitglieder des Verwaltungsrates nach dem am Sitz geltenden Recht zur Vertretung der SCE berechtigt werden können und hiervon Gebrauch gemacht wird, haben diese Einzelvertretungsbefugnis, soweit die Generalversammlung nichts anderes beschließt.

2. Direktoren

§ 20 Organisation der Direktoren
  1. Soweit dies von dem am Sitz geltenden Recht vorgeschrieben ist, beruft der Verwaltungsrat eine oder mehrere Personen zu Direktoren, welche die laufenden Geschäfte der SCE führen. Andernfalls steht dem Verwaltungsrat das entsprechende Recht hierfür zu. Zudem können Stellvertreter berufen werden.
  2. Zu Direktoren können auch Personen berufen werden, die kein Mitglied der SCE sind.
  3. Zur Organisation der Direktoren kann der Verwaltungsrat eine Geschäftsordnung und insbesondere einen Katalog zustimmungspflichtiger Geschäfte aufstellen.
  4. Einer zum Direktor berufenen Person kann vom Verwaltungsrat die alleinige Führung der Geschäfte übertragen werden.
  5. Der Verwaltungsrat kann bestimmen, dass einzelne Direktoren allein (Einzelvertretungsbefugnis) oder in Gemeinschaft mit einem weiteren Direktor oder einer mit handelsrechtlichen Vertretungsmacht ausgestatteten Person (Prokurist) zur Vertretung der SCE berechtigt sind. Zudem kann der Verwaltungsrat von einem Verbot der Mehrfachvertretung befreien.

3. Generalversammlung

§ 21 Zuständigkeiten und Befugnisse der Generalversammlung
  1. Die Generalversammlung entscheidet als oberstes Willensbildungsorgan in allen Angelegenheiten, die den Bestand der SCE oder die wirtschaftlichen Grundlagen des von der SCE getragenen kooperativen Unternehmens betreffen. Die Generalversammlung ist insbesondere für alle Satzungsänderungen und satzungsgleichen Grundlagengeschäfte zuständig.
  2. Die Generalversammlung hat keine Geschäftsführungskompetenz und gegenüber dem Leitungsorgan kein Weisungsrecht.
  3. Zuständigkeiten und Befugnisse der Generalversammlung ergeben sich aus für die SCE geltenden Recht, soweit die Satzung hiervon keine Ausnahme vorsieht oder andere Regelungen bereithält.

§ 22 Einberufung der Generalversammlung
  1. Die Generalversammlung tritt mindestens einmal im Kalenderjahr binnen sechs Monaten nach Abschluss des Geschäftsjahres zusammen. Die erste Versammlung kann bis zu achtzehn Monaten nach Gründung der SCE abgehalten werden.
  2. Die Generalversammlung kann von dem hierzu jeweils berechtigten Organ, einer dazu legitimierten Stelle, von mindestens 5.000 Mitglieder oder von Mitgliedern, die mindestens zehn Prozent der Stimmrechte auf sich vereinen, einberufen werden. Das Einberufungsrecht steht dabei auch investierenden Mitgliedern zu.
  3. Form und Frist der Einberufung richten sich nach dem am Sitz geltenden Recht. Soweit alle Mitglieder teilnehmen und ausdrücklich einverstanden sind, kann auf Form- und Fristerfordernisse verzichtet werden.

§ 23 Beschlussfähigkeit der Generalversammlung und Beschlussfassung
  1. Eine Generalversammlung, die nicht über eine Satzungsänderung, die Umwandlung oder Auflösung der SCE beschließen soll, ist beschlussfähig, wenn diese ordnungsgemäß einberufen ist. Ein Mindestquorum an teilnehmenden Mitgliedern ist nicht erforderlich.
  2. Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst. Folgende Beschlüsse müssen mit einer Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen gefasst werden:
    a. Satzungsänderungen und die
    b. Umwandlung oder Auflösung der SCE.
  3. Investierende Mitglieder werden bei der Feststellung der teilnehmenden Mitglieder stets nur in Höhe von einem Viertel von der Anzahl der übrigen teilnehmenden Mitglieder berücksichtigt.

§ 24 Virtuelle Generalversammlung und elektronische Beschlussfassung

  1. Die Generalversammlung kann ganz oder teilweise ohne Präsenz der Mitglieder abgehalten (virtuelle Generalversammlung) und Beschlüsse generell auch elektronisch gefasst werden. Zudem ist ein Übertragen der Generalversammlung in Bild und Ton zulässig.
  2. Bei einer virtuellen Generalversammlung und elektronischen Beschlussfassung ist für deren Zulässigkeit Folgendes sicherzustellen:
    a. die vorbereitende Kommunikation unter den Mitgliedern über Versammlungs- und Beschlussinhalte;
    b. der Zugang für jedes Mitglied zur Versammlung und Beschlussfassung sowie die Prüfung der Teilnahme- und Stimmberechtigung;
    c. die ungestörte Rede zur Verhandlung und Entscheidung der Versammlungs- und Beschlussinhalte;
    d. das Einbringen von Anträgen und Vorschlägen;
    e. die Kommunikation unter den Versammlungsteilnehmern über Versammlungs- und Beschlussinhalte;
    f. eine den Rechtsgrundsätzen entsprechende Willensbildung (Beschlussfassung), insbesondere eine allgemeine, grundsätzlich gleiche und freie Wahl;
    g. eine nachvollziehbare und gegenüber den Mitgliedern transparente Protokollierung des Ablaufes der Generalversammlung und Beschlussfassung.
  3. Die konkrete Ausgestaltung des Ablaufes einer virtuellen Generalversammlung insbesondere deren Vorbereitung und Durchführung als auch die Art und Weise der Abstimmung sowie elektronischen Beschlussfassung liegen in der Zuständigkeit des Leitungsorgane und können in einem eigenständigen Regelwerk festgelegt werden. Gleiches gilt für Wahlen.
  4. Im Zuge der Einberufung sind den Mitgliedern der Ablauf der virtuellen Generalversammlung, der elektronischen Beschlussfassung sowie etwaiger Wahlen in ihren Einzelheiten bekanntzugeben.

§ 25 Stimmdelegation

Sobald die Nutzung einer Stimmdelegation („flüssige Demokratie") rechtlich zulässig wird, ist eine dementsprechende Satzungsänderung zu beschließen, um den Mitgliedern diese Form der Abstimmung nutzbar zu machen. Bei der Ausgestaltung sind hierfür geltende Rechtsgrundsätze zu beachten.

IV. Finanzverfassung

§ 26 Geschäftsanteil
  1. Der Nennwert eines Geschäftsanteils beträgt fünf Euro (5 €).
  2. Geschäftsanteile können jederzeit ausgegeben werden.
  3. Mitglieder müssen mindestens einen Geschäftsanteil, können jedoch mehrere davon übernehmen.
  4. Sofern nicht anders bestimmt, sind Zahlungen auf Geschäftsanteile in voller Höhe sofort fällig. Geschäftsguthaben werden nicht verzinst.
  5. Das Leitungsorgan ist ermächtigt, bei Übernahme zu leistende Eintrittsgelder insbesondere ein Aufgeld festzulegen und zu erheben, welche den freien Rücklagen zugeführt werden.

§ 27 Ergebnisverwendung, Rücklagen und Rückvergütung
  1. Über die Verwendung eines Jahresergebnisses entscheidet das Leitungsorgan soweit sich aus der Satzung oder dem am Sitz geltenden Recht nichts anderes ergibt.
  2. Ein sich nach Feststellung des Jahresabschlusses ergebender Jahresüberschuss wird an die Mitglieder ausgezahlt, soweit dieser vom Leitungsorgan insbesondere nicht der gesetzlichen Rücklage, anderen Ergebnisrücklagen oder offenen Einzahlungen auf Geschäftsanteile zugeschrieben wird.
  3. Aus dem Jahresüberschuss ist eine gebundene Rücklage in Höhe des Mindestkapitals (§ 4) zu bilden (gesetzliche Rücklage). Von einem Jahresüberschuss sind mindestens 15 % der gesetzlichen Rücklage zuzuführen, bis der Betrag des Mindestkapitals erreicht ist.
  4. Neben der gesetzlichen Rücklage können andere Ergebnisrücklagen gebildet werden. Insbesondere kann der Jahresüberschuss zur Tilgung offener Zahlungen auf Geschäftsanteile verwendet werden. Hierüber entscheidet das Leitungsorgan.
  5. Eine Rückvergütung an Mitglieder ist entsprechend dem Umfang der von der SCE mit den Mitgliedern getätigten Geschäften oder der von ihnen erbrachten Leistungen zulässig.

§ 28 Sonderfremdkapital
  1. Das Leitungsorgan ist ermächtigt, Sonderfremdkapital zu bilden und hierfür Wertpapiere, die keine Geschäftsanteile sind, Schuldverschreibungen, deren Inhaber kein Stimmrecht haben, auszugeben und Nachrangdarlehen zu zeichnen. Zur Zeichnung sind auch Nichtmitglieder berechtigt.
  2. Das Sonderfremdkapital darf das Grundkapital um den Faktor 10 übersteigen.

V. Schlussbestimmungen

§ 29 Bekanntmachungen und Informationen
  1. Gesetzlich vorgeschriebene Bekanntmachungen erfolgen im elektronischen Bundesanzeiger.
  2. Für Mitgliederinformationen können verschiedene Medien als Mitteilungsorgan genutzt werden. Ein Mitglied gilt als von einer Bekanntmachung oder von einer Information Kenntnis habend, wenn die dementsprechenden Informationen rechtzeitig und vollständig an eine vom Mitglied hierfür vorgesehene Stelle übermittelt wurden und von der Möglichkeit zur Kenntnisnahme ausgegangen werden durfte. Ist eine Kommunikation mit dem Mitglied aus allein im Verantwortungsbereich des Mitgliedes liegenden Gründen nicht möglich, sind die SCE und ihre Organe von einer Informationspflicht befreit.
  3. Für Mitglieder gilt als Mitteilungsorgan insbesondere die offizielle Präsenz der SCE im weltweiten Netz.

§ 30 Gründungsmitglieder und Sonderrechte
  1. Die Abberufung der im Rahmen der Gründungsversammlung zum Verwaltungsrat bestellten Personen bedarf einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln der Stimmen aller Mitglieder.
  2. Zur Abberufung der im Rahmen der Gründungsversammlung zum Direktor bestellten Personen ist ein einstimmiger Beschluss des Verwaltungsrates notwendig.
  3. Die SCE wurde von folgenden Personen gegründet:
  • Marika Bauer,
  • Dorett Bothmann,
  • Markus Büch,
  • Thorsten Dittmar,
  • Sabine Seymour und
  • Markus Stegfellner